Rückblick über alle Presseartikel der Festwoche klassischer Musik

Hier die Rezension über ein Highlight in einer der Festwochen klassischer Musik:
 
Oppenau (bay). M
argot Käßmann, Texte, Hans-Jürgen Hufeisen, Blockflöten, Thomas Strauß, Klavier: die Veranstaltung im Rahmen der »Festwoche klassischer Musik« in Oppenau hatte Inhalt und Stil.

Wenn man die Konzert-Meditation »Sehnsucht nach Leben« so beschreibt, hat man Zutreffendes zum Ausdruck gebracht. Doch man hat das Wesen nicht getroffen, denn die Formulierung ist nüchtern, der Abend war viel, viel mehr. Worte und Klänge ergänzten und stärkten sich gegenseitig so gleichberechtigt und intensiv, dass inhaltstiefe Gefühlswelten und Lebensbilder entstanden. Für Margot Käßmann ist das Sehnen des Menschen, zum dem auch das Träumen gehört, ein urmenschliches Weben und Streben, ein Kraftzentrum des Menschseins, eine Gegebenheit, die über Wohl und Wehe des Lebensweges bestimmt. Sie erläuterte unterschiedliche Aspekte dieser menschlichen Befindlichkeit in verschiedenen Gedankenkreisen. Träumen sei nicht zuerst Wunschdenken, vielmehr der Ursprung aller Aufbrüche aus festgezurrten, unvollkommenen Lebensverhältnissen. In Psalm 126 heiße es: »Als der Herr das Los der Gefangenschaft wendete, da waren wir alle wie Träumende«; und »Die in Tränen säen, werden mit Jubel ernten.« Schmerz sei der Sehnsucht nicht fremd, so Käßmann. Martin Luther King habe in seiner berühmten Rede von einer besseren Welt geträumt. Er musste zwar seinen Traum mit dem Leben bezahlen, aber seine Vision rüttelte auf, die Welt veränderte sich. Die Menschen hätten Sehnsucht nach Heimat, müssten Wurzeln schlagen können, ihr Denken brauche einen Standort. Glaube könne uns Heimat sein. Wir sehnen uns nachMut, das, was wir als richtig erkannt  haben, zu leben, unsere Gesinnung zu bekennen. Wir müssen den Mut bewundern, mit dem Martin Luther seine Überzeugung vor dem Reichstag in Worms vertreten, mit dem der heilige Paulus seinen Glauben verkündet habe, sagte Käßmann.

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